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Reden für die Silber- / goldene Hochzeit

Trauzeuge


Silberhochzeit oder goldene Hochzeit wie auch andere Ehejubiläen sind immer
ein Grund zum Feiern und bieten daher Gelegenheit, vom Glück der Eheleute
und deren gemeinsamem Lebensweg zu berichten.

Die Reden für die Silberhochzeit können mit wenigen Abänderungen auch für
die goldene Hochzeit verwendet werden. Sie können auch aus den Reden für die
grüne Hochzeit Anregungen entnehmen und zu einer Rede für ein Ehejubiläum
zusammenstellen.


THEMA Gut getan, zu heiraten
TON festlich
REDNER Trauzeuge

Liebe Maria, lieber Thorsten,

>>Ob zwei Leute gut getan haben, einander zu heiraten, kann man bei ihrer Silber-
hochzeit noch nicht wissen<<, so schreibt die große Erzählerin Marie von Ebner-
Eschenbach. das mag auf viele andere Verbindungen zutreffen, jedoch nicht auf
eure Ehe. Als Freund und Trauzeuge habe ich euch mehr als ein Vierteljahrhun-
dert begleitet und kann dies daher sagen.

Ein Vierteljahrhundert! Eine lange Zeit für ein Menschenleben und ein Wimpern-
schlag für die Ewigkeit. Ewige Treue und Zueinander-Halten in guten und in
schlechten Tagen, das hattet ihr euch damals versprochen. Und weit mehr habt
ihr gehalten. Wie schafft ihr es, nach 25 Jahren noch immer so verliebt zu wirken,
so viel Frohsinn und Harmonie auszustrahlen? Die Antwort ist einfach: Ihr passt
einfach zusammen, ihr gehört zueinander.

Und dabei ging das Leben nicht immer sanft mit euch um. Es gab weiß Gott
stürmische Tage in eurem Leben. Damals kurz nach eurem Einzug in euer Haus,
als Thorsten seine Arbeitsstelle verlor, oder als euer Sohn Eric, vom Auto ange-
fahren, schwer verletzt ins Krankenhaus kam, und anderes mehr. Dennoch seid
ihr in eurem stürmischen Alltag immer respektvoll und liebevoll miteinander
umgegangen.

Bewundert habe ich immer, wie Maria den ganzen Laden schmiss. Kinder, Haus,
Job und letztlich auch Ehemann. Auch mit den Hilfen, die sie hatte, letztlich
musste sie alles organisieren, alles im Kopf und immer ein offenes Ohr für alle
großen und kleinen Nöte der Kinder haben. Dabei hat sie nie erwartet, dass
Thorsten nach einem Acht-Stunden-Tag als Mustergatte auf der heimischen Matte
stand. Er konnte Karriere machen, sie hat ihm den Rücken freigehalten.

Und dennoch war Thorsten auf seine Art ein Mustergatte. Hatte Maria abends
einen Termin oder etwas anderes vor, kam er früher nach Hause und betreute
die Kinder. Am Wochenende war er nur für die Familie da, und alles in allem hat
er Maria entlastet, wo er nur konnte. Noch heute packt er von sich aus bei der
Hausarbeit an und tut dies nicht als Frauensache ab. Und auch er hatte immer
ein offenes Ohr für alles, was in seiner Familie anstand. Darüber hinaus war er
ein sehr aufmerksamer Ehemann. Blumen und kleine Geschenke, viele Frauen
haben Maria darum beneidet. >>Die Liebe lebt von liebenswerten Kleinigkeiten<<,
sagt Theodor Fontane. Eure Liebe und eure Art, miteinander zu leben, sind der
lebende Beweis dafür.

Bleibt in dieser Hinsicht, wie ihr wart und wie ihr seid, dann kann ich hoffentlich
in 25 Jahren noch weitaus mehr darüber sagen.

Lasst uns auf Maria und Thorsten, ihr Glück und ihre wunderbare Ehe das Glas
erheben.

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Reden für die Silber- / goldene Hochzeit

Bruder / Schwester


THEMA Biologisches Wunder
TON heiter, gefühlvoll
REDNER Schwester der Braut

Liebe Gisela, lieber Horst, liebe Freunde,

was wir heute feiern, ist eigentlich mehr als eine Silberhochzeit. Ich finde, es ist
ein kleines Wunder. Ich bin froh, dass ich das heute mal aussprechen kann.

Einige von uns Älteren waren vor 25 Jahren bei der Hochzeit von Gisela und
Horst. Wir haben das junge Paar gesehen, das sich auf seine Zukunft freute und
so zuversichtlich alles gemeinsam angehen wollte. Sie passten zusammen, sie
bekamen gesunde Kinder und machten beruflich ihren Weg, und alles sah gut
aus. Sie schienen zusammenzuwachsen wie ein Baum, der zwei Stämme hat,
aber aus einer einzigen Wurzel seine Kraft zieht.

Dann kam die zeit der Missverständnisse, des Kummers und schließlich der
Trennung. Wir, die Freunde und Verwandten, mussten das mit ansehen und
konnten nicht helfen, nur zuhören. Die Ehe schien vor dem Aus zu stehen.

Lasst mich schnell zum nächsten Kapital übergehen. Nach und nach und ganz
allmählich wuchsen wieder die unterirdischen Verbindungsfasern zwischen euch.
Ich hoffe, wir haben keinen Biologen unter uns – vielleicht gibt es keine unter-
irdischen Verbindungsfasern in der Natur, aber zwischen euch, das weiß ich, da
gab es sie! Die gemeinsame Wurzel, die durchgehauen schien, streckte wieder
Fasern aus. Diese unterirdischen Verbildungen wuchsen und fanden und festig-
ten sich – wie, das bleibt euer Geheimnis. Eines Tages hieß es: Sie sind wieder
zusammen. Wir alle waren glücklich und freuten uns für euch, mit euch. Und
wenn wir um uns schauen und suchen, wie vielen Paaren so ein Wiederfinden
gegeben ist, da können wir wirklich von einem kleinen Wunder sprechen.

Wir trinken auf euer Wohl, Gisela und Horst.

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Reden für die Silber- / goldene Hochzeit

Sohn / Tochter


THEMA Ein Ehestand alsdann beglückt
TON festlich
REDNER Tochter / Sohn

Liebe Mutter, lieber Vater, liebe Gäste,

als ich mir überlegte, was ich zu diesem Ehrentage meiner Eltern denn sagen
könnte, fiel mir so recht Gescheites oder gar Treffliches nicht ein. Eingefallen
ist mir jedoch immer wieder ein Gedicht von Christian Fürchtegott Gellert, aus
dem ich einige Zeilen vortragen möchte.

Ein Ehestand alsdann beglückt,
Wenn eins sich in das andre schickt,
Wenn eins das andre liebt und scheut,
Wenn jed´s dem andern gleich an Zucht,
Stets mehr noch zu gefallen sucht,
Und beid´ noch so behutsam sein,
Als wollt´n sie erst einander frei´n

Soweit der Dichter, der die Ehe unserer Eltern trefflich in Worte zu fassen wusste.
Das ist das Besondere an meinen Eltern: Sie gingen all die Jahre in allen Lebens-
lagen immer so respektvoll und behutsam miteinander um, als wären sie frisch
verliebt oder der andere gar ein zerbrechliches Ding. Sie teilten Glück, Leid, Freude
und Sorgen und passten dabei hervorragend zusammen. Mutter, die Seele der
Familie, hielt alles zusammen und Vater liebevoll von manch einer geschäftlichen
Falle ab, in die er ohne sie wohl getappt wäre. Und Vater stärkte Mutter bei all
ihren Unternehmungen immer den Rücken, sodass beide nicht nur in der Familie,
sondern auch im Beruf Erfüllung finden konnten.

In guten wie in schlechten Tagen, das hattet ihr euch vor 50 Jahren geschworen.
Und wir Kinder hatten immer den Eindruck, dass unsere Eltern meist gute Tage
hatten. Wobei sicher auch eine stattliche Anzahl schlechter in all den Jahren
darunter waren. Doch als Paar >>schickten<< die beiden sich so ineinander, dass
wir Kinder davon so gut wie nie etwas mitbekamen.

Unsere Eltern haben, ich denke, das kann ich so sagen, harmonische und glück-
liche 50 Jahre miteinander erlebt. Wir wünschen euch von Herzen, dass
noch viele Jahre folgen mögen. Darauf möchte ich allen Anwesenden hier
anstoßen.

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Das Geheimnis der langen Ehe?
Ganz einfach: Man muss nur die richtige Frau finden
und alt genug werden.
Gordon A. Craig








Reden für die Silber- / goldene Hochzeit

Enkel / Enkelin


THEMA Je öller, je döller
TON lustig, persönlich
REDNER Enkel / Enkelin

Liebe Hannelore, lieber Karlheinz, liebe Festgesellschaft,

eigentlich hätte ich natürlich sagen müssen: Liebe Oma und lieber Opa. Aber
wenn man euch sieht, bleibt einem so etwas ja im Halse stecken! Ich weiß, ich
weiß, ich bin euer Enkel und selbst so ziemlich erwachsen, und da sitzen meine
Eltern und sind gestandene Leute. Demnach müsstet ihr, theoretisch gesehen,
das sein, was man alt nennt. Aber – ich glaub´s einfach nicht!

Wenn man bei euch anruft, freut ihr euch. Natürlich, wo ich doch euer Enkel bin!
Aber im zweiten Satz heißt es dann gewöhnlich schon: Wir haben keine Zeit. Was
heißt eigentlich Ruhestand, Opa Karlheinz? Ich glaube, das möchtest du selbst
gern wissen. Aber wahrscheinlich willst du es ja nicht anders haben. Deine alte
Firma lässt dir keine Ruhe, und ich glaube, du stündest mit mehr Recht bei denen
auf der Gehaltsliste als manch einer, der da wirklich steht.

Und Oma Hannelore ist um nichts besser. Ihr Ehrenamt, das sie übernommen
hat, als die Kinder aus dem Haus gingen, ist im Lauf der Jahrzehnte zu einem
Full-time-Job geworden. Wer´s nicht glaubt, soll sich nur mal eine Stunde bei ihr
ins Haus setzen. Dauernd klingelt das Telefon, und jemand sucht ihren Rat,
braucht eine Adresse, will einen Termin vereinbaren oder sonst etwas.

Es ist ja nicht so, dass wir uns beklagen möchten. Natürlich sehnt man sich
manchmal nach dem gemütlichen Opa, den man aus der Literatur kennt, dem
alten Herrn mit den Filzpantoffeln, der vorm Fernseher sitzt und dem man
philosophieren kann. Oder nach der unermüdlich Plätzchen backenden Oma,
die es angeblich irgendwo gibt. Bei euch beiden, Hannelore und Karlheinz, erlebt
man so etwas nicht. Bei euch weht ein frischerer Wind – manchmal möchte
man fast von permanenter Zugluft sprechen. Ihr seid ja auch Zugvögel, ihr zwei.
Wenn ihr nicht arbeitet, geht ihr auf Reisen. Ich glaube, ihr habt euch vorge-
nommen, wirklich alle Winkel dieser Erde kennen zu lernen, und ich wette: Das
schafft ihr auch noch. Und wenn ihr überhaupt etwas an eurer Lebensweise
bedauert, dann ist es die Tatsache, dass ihr leider, leider keine Zeit habt, um noch
ein Universitätsstudium aufzunehmen. Es gibt ja so viel, was euch brennend
interessiert.

Ja, so seid ihr. Je öller, je döller, nennt das der Volksmund. Ich schließe daraus,
dass es schon früher Leute wie euch gegeben hat. Ist doch toll, nicht? Wir freuen
uns, dass ihr so seid, so aktiv und lebendig, so wissbegierig und voller Energie.
Dass die kleinen Zipperlein, mit denen ihr ab zu zu tun habt, euch nicht
davon abhalten, all diese Aktivitäten auszuüben. Vor allem aber, dass ihr das alles
gemeinsam erlebt.

Im Namen der Festgesellschaft möchte ich euch nun herzlich dafür danken,
dass ihr euch überhaupt die Zeit genommen habt, mit uns eure goldene Hochzeit
zu feiern. Bleibt, wie ihr seid!

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