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Das Zitat – andere sprechen lassen


Zitate verleihen jeder Rede Glaubwürdigkeit und sie lassen sich leicht merken -
vom Redner wie auch von den Zuhörern. Mit einem passenden Zitat lässt sich eine
Rede persönlicher gestalten und scharf, süß oder lieblich Würzen.
Es weckt Aufmerksamkeit, da es von berühmten Persönlichkeiten stammt,
und verleiht Ihrer rede zusätzliches Gewicht. Ihre Zuhörer werten die Aussprüche
berühmter Personen höher als die der eigenen, >>normalen<< Zeitgenossen.
Vieles lässt sich trefflicher als durch ein Zitat oder einen Aphorismus nicht ausdrücken.


TIPP  Zitate sind geistiger Rückenwind für Ihre Vorhaben.
Die ganze Kunst des Redens besteht darin zu wissen, was man nicht sagen darf.
George Canning







Dennoch: die Autoren, die Sie zitieren, müssen nicht zwangsläufig dem Olymp der Dichter
angehören, zitieren lässt sich auch aus einem Film oder einem Lied.
Und wer kennt nicht die Worte:

>> Louis, ich glaube, dies ist der Beginn einer Wunderbaren Freundschaft<< ?

Das Zitat aus dem Kultfilm Casablanca lässt sich, leicht abgewandelt und angereichert,
für eine Rede nutzen:

>>Alina, sagte ich zu meiner Frau, dies ist der Beginn einer wunderbaren Freundschaft,
denn wie schon Nietzsche sagte: >Eine gute Ehe beruht auf dem Talent zur Freundschaft<.<<
Und dann lässt sich dieser Gedanke im Zusammenhang mit dem Bratpaar weiter ausführen.


TIPP  Meiden Sie beim Zitieren allzu Gängiges,
denn: Es gibt nichts Hemmenderes als Gemeinplätze und Redensarten.





Wer die Wahl hat, hat die Qual! Zitate, Bonmots und Aphorismen zu den Themen
>> Ehe << und >> Liebe << finden Sie auf dieser Homepage, in den Zitatensammlungen.
Greifen Sie nicht zu dem erstbesten Vers oder Zitat. Schmökern Sie in Ruhe in den Zitaten
und lassen Sie sich für Ihre Rede inspirieren. Vieles lässt sich auch abwandeln –
dann zitieren Sie >>frei nach<< – oder mit anderen Sprühen kombinieren.
Dennoch: Reihen Sie nicht zu viele Zitate aneinander, denn das wirkt dann keineswegs mehr originell.

Haben Sie einen eher humorige Rede im Sinn, dann wählen Sie etwas Humorvolles aus.
Auch pointiert Scharfsinniges lässt sich in einer Hochzeitsrede anbringen.
Achten Sie bei Humor und Ironie jedoch auf die Stilebene und auf die Grenzen der Schicklichkeit.
Denn alles, was Sie sagen, bezieht sich auf das Brautpaar. Wenn die Festgesellschaft bei einer
Pointe Ihrer Rede laut lacht, während die Braut in Tränen ausbricht, haben Sie einen Fehler gemacht!
Manchmal zeugt weniger geschliffener Wortwitz letztlich von mehr Stil und Fingerspitzengefühl
des Redners.


Engagement – Spannung pur


Geben Sie den Zuhörern das Gefühl, einem besonderen Ereignis beizuwohnen.
Wählen Sie einen gleichermaßen interessanten wie packenden Anfang, steigern Sie
die Spannung im Hauptteil, und legen Sie vor dem inhaltlichen Höhepunkt eine
Wirkungspause ein, wobei Sie das dann Folgende mit Geste unterstreichen. Anfang,
Hauptteil und auch der Schluss sind auf inhaltliche Steigerung und Spannung ausgerichtet.

Sprechen Sie engagiert und natürlich. >> In dir muss brennen, was andere entzünden soll<<,
so schon Kirchenvater Augustinus. Nur wer engagiert und zu Herzen gehend spricht,
kann sein Publikum erreichen. Und darum geht es vor allem bei einer Hochzeitsrede.
Wer unbeteiligt spricht, hat seine Zuhörer schon verloren.

Setzen Sie beim Sprechen auch Körper ein. Nein, Sie müssen nicht wie ein Schauspieler agieren,
obgleich einige Tricks aus der Schauspielerei Ihnen hier helfen können.
Denn Kommunikation geschieht nicht durch Worte allein, sondern auch oder vor allem
mit dem Körper, also durch Mimik und Gestik (s. Der Körper spricht). Und mit beiden können
Sie das Engagement Ihrer Rede transportieren.


Was wir sind, sind wir durch unseren Körper, seine Sprache ist der Handschuh der Seele,
seine Sprache das Wort des Herzens,
Jede Innere Bewegung, Gefühle, Emotionen, Wünsche drücken sich durch unseren Körper aus.
Samy Molcho








Der Vortrag – ablesen oder Frei sprechen?


Es ist geschafft, sie haben es vollbracht: Ihre Hochzeitsrede ist fertig – auf dem Papier!
Der erste Etappensieg. Doch in der Etappe beschleichen einen dann doch Fragen,
wie das alles nun weitergeht. Soll die Rede abgelesen werden? Das könnte etwas steif wirken.
Oder anhand von Stichwörtern gehalten werden?
Und dann fehlt plötzlich der Übergang von einem Gedanken zum anderen!
Oder wagen Sie, gänzlich frei zu sprechen? Und dann ist der rote Faden weg! Blackout!!

Ob Sie eine Rede vom Blatt ablesen, anhand von Stichwörtern oder halten Können,
hängt von Ihrer Erfahrung als Redner ab. Ablesen muss keineswegs steif wirken,
Stichwörter helfen einem geübteren Redner oder extravertierten Menschen als
Erinnerungsstütze durch die Rede. Völlig freies Sprechen ist natürlich das Beste,
aber daran sollte sich nur ein erfahrener Redner wagen, der gegebenenfalls auch
zu improvisieren weiß.


Sie lesen Ihre Rede ab


Haben Sie sich entscheiden, eine ausformulierte Rede sozusagen vom Blatt abzulesen,
kann dies dennoch interessant und anregend für die Zuhörer sein.
Darüber hinaus bietet das Ausformulieren und Schreiben einer Rede auch einige Vorteile:


Was den Menschen sympatisch macht, sind seine Schwächen.
Horst Theis






   Passagen können inhaltlich präzise und stimmig ausformuliert werden.
   Beim Schreiben prägt sich die Rede ein, sodass Sie sie sozusagen >>innerlich Frei<< halten.
   Das Redenskript verleiht Ihnen Sicherheit beim Vortrag.

Bereiten Sie die Rede gründlich vor, dann können Sie mit den folgenden Tipps
Ihren Vortrag >>dramatisch ergreifend<< gestalten.

   Nehmen Sie immer wieder Blickkontakt zu Ihren Zuhörern auf, und sprechen Sie
auch den einen oder anderen Satz frei zu Ende. Üben Sie daher Ihre Rede gut ein.

   Heben Sie Worte, die Sie betonen wollen, im Text farbig hervor.
Vermerken Sie Redepausen im Manuskript. Auch Pausen machen den Vortrag lebendiger.

   Ganz wichtig: Sprechen Sie beim Ablesen! Notieren Sie sich das gegebenenfalls auch im Manuskript.

Bei Erstellen eines Redenmanuskripts haben sich folgende Tipps als sinnvoll erwiesen.
Bedenken Sie, dass Sie beim Vorlesen vielleicht schlechtes Licht haben.
Sicher wollen Sie Ihre Zuhörer nicht an Ihren Entzifferungsbemühungen teilhaben lassen!

   Schreiben Sie mit dem Computer: Dann wählen Sie eine gut lesbare, möglichst große Schrift
(16 Punkt oder mehr) und einen Zeilenabstand von zwei Zeilen. Mit der Schreibmaschine:
Wählen Sie einen großen Zeilenabstand. Von Hand: Schreiben Sie groß, gut lesbar, auf
weißem Papier mit dunklem Stift und großem Zeilenabstand.

   Lassen Sie immer einen breiten Rand, um Notizen für den Vortrag einzufügen,
z. B. >>lauter<<, >>Pause<<, >>Onkel Karl ansehen<< und Ähnliches.

   Beschreiben Sie nur die Vorderseite, dann können Sie ein Blatt nach dem anderen weglegen.
   Nummerieren Sie die Seiten, damit nichts durcheinander kommen kann.


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